WIENER BLUT – Die wahrscheinlich kleinste Operette der Welt


Ingrid El Sigai, Monica Ries, Markus Neumeyer (Trio Kujon)

EINE PRODUKTION DES STALBURG THEATERS

Frei nach Victor León, Leo Stein, Adolf Müller und natürlich Johann Strauß hat sich das Stalburg Theater an einen Klassiker gewagt.

Im Wien des Wiener Kongresses tummeln sich Balduin und Gabriele Graf und Gräfin Zedlau, die Tänzerin Franziska Cagliari, die Probiermamsell Pepi Pleiniger, der Fürst Ypsheim-Gindelbach und der Kammerdiener Joseph auf der Bühne des Stalburg Theaters. Irrungen und Wirrungen rund um die Liebe, jeder und jede mit jedem und jeder. Gespielt und gesungen von Ingrid el Sigai, Monica Ries und Markus Neumeyer. 6 durch 3 im ¾-Takt. Drei Künstler spielen dreist und keck, frech und neu ein Stück mit Musik und Gesang über das ewig gleiche Thema und natürlich mit einem großen Happy End. Und dann heißt es...voller Kraft...du erhebst...du belebst... unser´n Mut.....Wiener Blut.

Witzig, frech, Sachertortensüß. Wiener Schmäh, poppig und verswingt. Irre Mischung, großer Spaß. (Dr. Becker, BILD)

Ries und El Sigai singen nicht nur einnehmend fein, sondern lassen auch einen Akzent hören, der zumindest in Frankfurt als Wienerisch im weitesten Sinne durchgehen kann. Neumeyer tut weder das eine noch das andere, dafür ist er ein klasse Pianist und blasierter Balduin. Die Geschmeidigkeit, mit der die drei dem Publikum auch "Sexbomb" und "You give me fever", den Rosenkavalier, den Bolero und Orpheus in der Unterwelt unterjubeln, ohne auf das vorgesehene Walzerglück zu verzichten: Das ist schon ganz groß. Dies galt in der Premiere logischerweise auch für den Beifall. (Judith von Sternburg, FR)

Da erstens drei ausgebuffte Bühnenprofis in Erscheinung treten, zweitens des Guten nicht zu viel getan wurde und drittens die musikalische Erarbeitung höchsten Ansprüchen genügt, ist ein kurzweiliger Abend entstanden. Unter Niveau muss man sich hier nicht amüsieren.(Stefan Michalzik, Offenbach Post)

Im Übrigen glänzen die beiden Damen auch arios: Ries mit dem Walzer „Grüß dich Gott, du liebes Nesterl" und el Sigai mit „Du süßes Zuckertäuberl mein". Die Schnellpolka „Draust in Hietzing gibt's an Remansuri" steht für den ganzen Abend: Hietzing mit seinem Volksfest liegt jetzt in der Stalburg. (Claudia Schülke, FAZ)

Der Low-Budget-Produktion gelingt es eindrucksvoll, Operette zur großen Kunstform zu stilisieren, indem die Musik auf höchstem künstlerischen Niveau gestaltet wird, und Klischees von einer heilen Welt ad absurdum zu führen. Mehr kann „Kleinkunst“ nicht leisten. (Joachim Schreiner, FNP)

Regie: Manfred Roth
Musikalische Bearbeitung: Markus Neumeyer
Bühnenbild und Köstüme: Manfred Roth
Lichtkonzeption, Ton und etwas Unfug: Esther Voigt
Toneinspieler: Andreas Bayer
Fotos: Harald Schröder
Plakatgestaltung: Oliver Schulz, Kentbannerbrown
Produktionsleitung: Petra Gismann/Stalburg Theater
Originalverlag: Josef Weinberger
Bühnenvertrieb: MUSIK UND BÜHNE, Wiesbaden